Ratgeber

EU-AI-Act-Schulungspflicht für KMU: Was gilt und warum es jetzt zählt

Der EU AI Act ist kein neues Gesetz. Ein Teil der Pflichten gilt schon seit 2024, die Pflicht zur ausreichenden KI-Kompetenz im Unternehmen, geregelt in Artikel 4, sogar schon seit Februar 2025. Was sich ändert, ist die Kontrolle: Seit dem 2. August 2026 prüfen die zuständigen Behörden in Deutschland aktiv, ob Unternehmen dieser Pflicht nachkommen, und ab demselben Datum greifen weitere Pflichten, etwa zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Wer bislang davon ausgegangen ist, dass noch Zeit bleibt, sollte das jetzt neu bewerten.

Was Artikel 4 konkret verlangt

Mitarbeitende, die mit KI-Systemen arbeiten, sollen ausreichend verstehen, wie diese funktionieren, was sie leisten können und wo ihre Grenzen liegen. Ein bestimmtes Schulungsformat schreibt das Gesetz dafür nicht vor. Wie viel KI-Kompetenz im Einzelfall ausreicht, hängt von der Rolle der Mitarbeitenden ab, davon, wie eng sie mit dem jeweiligen System arbeiten, und von ihrem technischen Vorwissen.

Wer betroffen ist

Die Pflicht betrifft nicht nur Unternehmen, die eigene KI-Systeme entwickeln. Sie betrifft auch alle, die KI-Systeme im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einsetzen, also zum Beispiel ein Team, das im Alltag mit ChatGPT, Copilot oder einem KI-gestützten CRM arbeitet. Damit fällt die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland darunter, unabhängig von Branche oder Größe.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Anderthalb Jahre lang war die Pflicht rechtlich zwar da, praktisch aber kaum kontrolliert. Seit dem 2. August 2026 überwachen die nationalen Marktüberwachungsbehörden aktiv, ob Unternehmen ihrer Pflicht nachkommen, mit denselben Behörden und demselben Stichtag auch für die neuen Transparenzpflichten.

Die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte

Neben der Kompetenzpflicht regelt Artikel 50 der KI-Verordnung, wann KI-generierte oder KI-veränderte Inhalte gekennzeichnet werden müssen: etwa Bilder, Videos oder Audio, die realistisch wirken und Betrachter täuschen könnten. Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor, ein sichtbarer Hinweis oder eine maschinenlesbare Markierung im Inhalt selbst reichen aus. Die EU-Kommission stellt dafür offizielle Icons zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte bereit, die genau für diesen Zweck gedacht sind.

Was Sie konkret tun müssen

Grenzen

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung. Er beschreibt die praktische Ausgangslage, keine verbindliche rechtliche Bewertung Ihrer konkreten Situation.

Celyvo bietet eine praxisnahe KI-Kompetenz- und EU-AI-Act-Schulung an, zugeschnitten auf die KI-Tools, die Ihr Team tatsächlich nutzt. Auch ob eine geplante oder bestehende Automatisierung mit den Anforderungen des EU AI Act vereinbar ist, lässt sich klären. Für eine unverbindliche erste Einschätzung zu Ihrer Situation:

Ablauf besprechen →