In vielen Handwerksbetrieben wird für jedes einzelne Angebot erneut in alten Vorlagen, Excel-Listen und Lieferantenkatalogen nach Preisen und Mengen gesucht. Diese Arbeit passiert häufig abends, nachdem die eigentliche Arbeit auf der Baustelle längst vorbei ist.
Pro Angebot gehen dabei oft 30 bis 60 Minuten drauf, bei fünf bis zehn Angeboten in der Woche summiert sich das auf einen halben Arbeitstag. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks bestätigt: Für 74 Prozent der Betriebe ist die Bürokratiebelastung in den letzten Jahren gestiegen, viele Inhaber übernehmen nebenbei bis zu acht verschiedene Rollen im Betrieb.
Ein Chat-Assistent kann einen Angebotstext professionell formulieren, hat aber keinen Zugriff auf die tatsächlichen Material- und Lohnpreise des Betriebs. Die eigentliche Arbeit, Preise heraussuchen und Mengen zusammenrechnen, bleibt dabei bestehen. Gelöst wird das erst, wenn die vorhandenen Preislisten und Vorlagen direkt in einen automatisierten Ablauf eingebunden werden.
Handwerkersoftware oder ERP, vorhandene Preislisten und Lieferantenkataloge, E-Mail, gegebenenfalls ein CRM. Der genaue Tool-Stack hängt vom jeweiligen Betrieb ab.
Das fertige Angebot geht immer zuerst durch eine Freigabe, bevor es an den Kunden geht. Automatisiert wird das Zusammenstellen der Positionen, nicht die endgültige Entscheidung. Das erfüllt zugleich die Pflicht zur menschlichen Aufsicht bei KI-gestützten Entscheidungen nach dem EU AI Act.